Bach JOHANNES-PASSION | Opernhaus Wuppertal (2015)

Szenische Aufführung der Passio Secundum Johannem, BWV 245
Premiere: 22. Mai 2015

Inszenierung, Licht: Philipp Harnoncourt
Bühne und Kostüme: Wilfried Buchholz
mit Flüchtlingen und Migranten aus Wuppertal
Opernchor der Wuppertaler Bühnen
Chorleitung: Jens Bingert
Sinfonieorchester Wuppertal

ZUR AUFFÜHRUNG

„Durch Dein Gefängnis, Gottes Sohn – muss uns die Freiheit kommen…“ (J. S. Bach, Johannespassion)

Die Geschichte von Jesus Christus bewegt die Menschheit seit zwei Jahrtausenden: In ihrem Namen wird Krieg erklärt und Frieden geschlossen, für viele Künstler dient sie als Quelle der Inspiration. Johann Sebastian Bach schrieb die Johannespassion für den Karfreitagsgottesdienst 1724. Nach wenigen Aufführungen zu Bachs Lebzeiten wurde sie erst 1851 von Robert Schumann wiederentdeckt, der von dem Werk begeistert war: „Wie gedrängt, wie durchaus genial, namentlich in den Chören, und von welcher Kunst!“.

Johann Sebastian Bach übersetzt die einzelnen Szenen der Leidensgeschichte in eine Musik mit dramatischen und epischen Rezitativen. In den Arien und Chören wird die Leidensgeschichte nicht nur interpretiert, sondern mitunter sogar zur persönlichen Stellungnahme aufgefordert.

An der Stelle der Predigt in der ursprünglichen Fassung der Johannes-Passion, betreten in Wuppertal gesellschaftlich und karitativ engagierte Referenten die Bühne und sprechen über die Passion des Menschen. Hierfür konnten Erhard Ufermann (Gefängnisseelsorger, Vorstellungen am 23.05 und 25.05), Helge Lindh (Vorstand „in unserer Mitte“, Vorstellung am 24.05) und Roland Stolte (House of one Berlin, Vorstellung am 22.05) gewonnen werden.

Philipp Harnoncourt arbeitet in seinen Inszenierungen hauptsächlich mit Licht. Zusammen mit Jörg Halubek (Musikalischer Leiter und Spezialist für Kirchenmusik und Historische Aufführungspraxis) wird er das religiöse Werk in einer kompletten Neubearbeitung auf die Bühne bringen.

TRAILER

BILDERGALERIE

PRESSESTIMMEN

„Dirigent Jörg Halubek interpretiert das Werk mit viel Sinn für Bühnendramatik aus dem Blickwinkel der Barockoper, mit kammermusikalisch klarem, sehr beweglichem Klang und vibrierender Nervosität, und das eigentlich eher im romantischen Genre beheimatete Wuppertaler Sinfonieorchester setzt das überraschend gut um. Großartig singt der von Jens Bingert perfekt einstudierte Opernchor, mit nur 25 Sängerinnen und Sängern klein besetzt, ungeheuer präzise und aufmerksam und mit ganz hervorragend ausgewogener Balance zwischen den einzelnen Stimmen.“ (Wuppertaler Rundschau, 28.5.2015, Stefan Schmöe)

„Mit Jörg Halubek war ein Dirigent der historisch informierten Aufführungspraxis zur Stelle, dessen Aktivität im Bereich Musiktheater beim Staatstheater Kassel ein Zentrum gefunden hat. Bachs Johannes-Passion führte er in der Stuttgarter Liederhalle im vergangenen Oktober konzertant mit Il Gusto Barocco auf. Jetzt erarbeitete er mit dem Sinfonieorchester Wuppertal, ergänzt durch Gäste für Theorbe, Viola da gamba und Orgel, eine individuelle Fassung. Das Klangergebnis geriet absolut überzeugend, der musikalische Duktus war lebendig und trug auch den vielen dramatischen Explosionen der Partitur (was hat Bach da kompositorisch nicht alles gewagt?) mustergültig Rechnung. Der Chor des Hauses (Jens Bingert) ergänzte die günstigen Eindrücke.“(der neue Merker, 24.5.2015, Christoph Zimmermann)

„Musikalisch kommt dem von Jens Bingert einstudierten Wuppertaler Opernchor in dieser Produktion neben dem Sinfonieorchester Wuppertal die bedeutendste Funktion zu. Wirkt der Chor beim Auftrittschoral „Herr, unser Herrscher, dessen Ruhm“ noch etwas leise, steigert er sich im Laufe des Abends und überzeugt vor allem im zweiten Teil als bedrohliche Masse und aufgeregter Mob, der Pilatus dazu bringt, gegen seine eigenen Überzeugungen zu handeln. Jörg Halubek lotet mit dem Sinfonieorchester Wuppertal die vielschichtige Partitur differenziert aus und sorgt für musikalischen Hochgenuss… alle werden mit frenetischem Applaus gefeiert.“ (OMM, 23.5.2015, Thomas Molke)

„Bachs Musik ist dem Bühnengeschehen angepasst, der heute übliche Ablauf leicht verändert. Der mit wenigen Stimmen besetzte Schlusschor kommt als Begleitung mit nur einer Theorbe aus. Das ist legitim, da von Bach keine finale Fas-sung verbürgt ist. Dirigent Jörg Halubek, der auch das Cembalo bediente, führte Sänger und Instrumentalisten umsichtig durch die zuweilen nicht leicht ausführbaren Noten. Das Sinfonieorchester Wuppertal glänzte mit einer erstklassigen historischen Spielweise“ (Westdeutsche Zeitung, 27.5.2015, Hartmut Sassenhausen)