Gluck IPHIGÉNIE EN TAURIDE | Staatstheater Kassel (2014)

Tragédie opéra in vier Akten von Christoph Willibald Gluck
Premiere: 20. Dezember 2014

Inszenierung und Bühne: Reinhild Hoffmann
Kostüme: Andrea Schmidt-Futterer
Dramaturgie: Dr. Ursula Benzing
Licht: Albert Geisel
Choreinstudierung: Marco Zeiser Celesti
Staatsorchester Kassel und Opernchor

 

ZUM STÜCK

Eine Göttin zeigt Größe, im letzten Augenblick. Gerade steht Agamemnon, König von Mykene, im Begriff, seine Tochter Iphigénie der zornigen Diana zu opfern, da entscheidet diese sich zur Milde und entführt die Jungfrau auf die Insel Tauris. Bis jetzt, und das seit fünfzehn Jahren, verrichtet Iphigénie dort das Amt der Priesterin: ein schlimmes Amt. Weil dem Herrscher Thoas geweissagt wurde, ein Fremder werde ihn töten, hat er Iphigénie den Befehl erteilt, jeden Ankömmling in Dianens Tempel zu töten. So auch jene Schiffbrüchigen, die nun an Tauris’ Küste geworfen werden: Orest und Pylades, der Bruder Iphigénies samt Freund. Durch Orest – und so fordert es das Drama: Sie erkennen sich gegenseitig nicht – erfährt Iphigénie von den grausigen Taten (Gatten- und Muttermord), die kKlytämnestra und Orest verübten. Daraufhin schreibt sie der ebenfalls noch lebenden Schwester Elektra und bestimmt Orest als Überbringer des Briefes. Der Muttermörder aber, von Erinnyen und Gewissen geplagt, verlangt, dass Pylades statt seiner freigelassen werde. Doch der Freund unternimmt alles, um Orest zu retten. So kommt es zum tödlichen Wettkampf, bei dem die Prophezeiung erfüllt wird: Thoas fällt. Erneut ist es die Sanftmut der Göttin, die dafür sorgt, dass daraus kein weiterer tödlicher Streit entbrennt.

Man geht kaum zu weit, wenn man diese Gluck-Tragödie als das vollendetste Werk unter seinen »Reformopern« bezeichnet: Seit der Pariser Uraufführung am 18. Mai 1779 hat sie ihren Siegeszug fortgeführt. Der Grund hierfür liegt vor allem in der nach Glaubhaftigkeit und emotionaler Wahrhaftigkeit strebenden Operndramaturgie, die auf alles Dekorative und Effektheischende verzichtet. IPHIGÉNIE EN TAURIDE, das ist antikes Drama pur, angereichert mit einer unglaublich berührenden Musik.

TRAILER

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BILDERGALERIE

 

PRESSESTIMMEN

 

„Halubek schwört das Staatsorchester Kassel auf eine federnde, rhythmisch geschärfte Spielweise ein, die vergessen lässt, dass man es hier nicht mit einem spezialisierten Ensemble zu tun hat. Seine Phrasierungen sind wie mit dem Zeichenstift hinskizziert: frei und dennoch höchst präzise. Die Tempi kommen nicht überhastet daher, lassen zumal den Holzbläsern Zeit, einen schönen Ton zu zeigen.“  (Der Neue Merker, 14.1.2015, zur Rezension von Werner Häußner)

(Frankfurter Rundschau, 26.12.2014, zur Rezension von Georg Pepl)

„Gastdirigent Jörg Halubek, der in Kassel bereits mehrfach ausgesprochen erfolgreich Barockopern dirigiert hat, führt das Orchester sehr flexibel und stilbewusst und sorgt für ausgewogene Klangfarben.“ (Göttinger Tageblatt, 24.12.2014, Michael Schäfer)

„Gastdirigent Jörg Halubek, der nach drei Barockopern nun dieses Werk des Übergangs in Kassel einstudierte, hat das Staatsorchester bestens für Glucks Musik sensibilisiert. Basierend auf einem (durch Barockbögen erzeugten) seidigen Streicherklang, mischt Halubek mit fein dosierten Bläsern eine reiche Farbpalette an.“(Hessische/Niedersächsische Allgemeine, 21.12.2014, zur Rezension von Werner Fritsch)