Scarlatti GRISELDA | Staatstheater Kassel (2012)

Dramma per musica in drei Akten von Alessandro Scarlatti
Premiere: 18. Februar 2012

Inszenierung: Stephan Müller
Dramaturgie: Ursula Benzing
Bühne: Hyun Chu
Kostüme: Carla Caminati

ZUM STÜCK

Keine Novelle Giovanni Boccaccios wurde so populär wie die von Griselda, deren Arbeit es war, die Herde zu weiden, bis Gualtiero sie zur Königin an seiner Seite machte. Dann aber erhebt sich das Volk gegen seinen König: Um das Volk zu einen und seine Macht zu sichern, sieht der Herrscher sich gezwungen, seinen Untertanen den Beweis zu liefern, dass seine Gattin seiner würdig und ihnen eine Königin sein könne. Zu diesem Zweck setzt Gualtiero seine Griselda mit absurder Hartherzigkeit und Rohheit extremsten Prüfungen aus.

Alessandro Scarlatti hat aus diesem Stoff 1721 in Rom ein hochdramatisches Bühnenwerk komponiert, indem er die Wahrhaftigkeit des dramatischen Ausdrucks ins Zentrum seines musikalischen Denkens stellt und die Vielfalt musikalischer Gestaltungsmittel mit dem Ziel der Textausdeutung einsetzt. „Griselda“ ist die vorletzte von Scarlattis insgesamt 115 Opern und gilt als eine der lohnendsten barocken Wiederentdeckungen. (Urse Benzing)

BILDERGALERIE

RADIOBEITRAG

Vorbericht am 17.2.2012, mitgeschnitten bei hr2

PRESSESTIMMEN

„Ein Glücksfall ist der Gastdirigent Jörg Halubek, ein Spezialist für alte Musik, der mit dem Staatsorchester ein Maximum an Expressivität erreicht hat. So plastisch und ausdrucksstark hat hier lange keine Barockoper geklungen“ (Hessische/Niedersächsische Allgemeine, 20.02.2012, zur Rezension von Werner Fritsch)

„Zu feiern waren eine bestens disponierte Sängerschaft, das barock entflammte Staatsorchester Kassel unter Jörg Halubek und ein schnörkelloses, kraftvoll modern anmutendes Spiel in der zwingend ernsten Regie von Stephan Müller. Die beiden Künstler gelten zu Recht als ausgewiesene Spezialisten des Genres Barockoper.“ 
(Thüringische Landeszeitung, 21.02.2012, zur Rezension von Evi Baumeister)

„Dass Scarlattis „aristokratisches Kunstprodukt“ den Weg in unsere Herzen findet, ist einmal der Intensität, Klarheit und Expressivität geschuldet, mit der das Staatsorchester unter der vorzüglichen Leitung von Jörg Halubek die unendlich facettenreiche Musik interpretiert.“
(Fuldaer Zeitung, 23.02.2012, zur Rezension von Christoph A. Brandner)

(Frankfurter Rundschau, 23.02.2012, zur Rezension von Georg Pepl)

„Eine Sternstunde wird diese Griselda durch Jörg Halubek, exzellenter Fachmann für Alte Musik. (…) so ausdrucksstark gelingen barocke Aufführungen selten. Für Halubek sind nicht allein die Arien wichtig, auch die Rezitative – bei Scarlatti mit Orchesterbegleitung – werden besonders einfühlsam dargestellt.“ 
(operapoint.com, 21.02.2012  zur Rezension von Oliver Hohlbach)

„Es ist das geglückte Zusammenspiel von Szene und Musik, dass der Inszenierung ihre außerordentliche Tiefenwirkung verleiht. (…) Gastdirigent Jörg Halubek hat die Partitur intensiv studiert und den Arien einen charakteristischen Affekt zugeordnet, der Person und Situation bestimmt. Dem entspricht von Seiten der Regie eine für die einzelnen Personen charakteristische Spielweise und Körpersprache.“ (Stephan Müller spricht vom je eigenen „Körpertanz“.)“ 
(neue musikzeitung online, 24.02.2012, zur Rezension von Andreas Hauff)

„Unter der einfühlsamen Leitung des gerade mal 34-jährigen Barockspezialisten Jörg Halubek gerät die Oper zu einem lebendigen Liebesoratorium.“ 
(Kasseler Sonntagsblatt, 26.02.2012, zur Rezension von Reinhard Heubner)

„Unter der so sensiblen, wie dramatisch akzentuierten Leitung des renommierten Barockspezialisten Jörg Halubek vollbringen nicht nur er am Cembalo und die Continuo- Gruppe mit Solo-Cello und zwei Barocklauten, sondern auch die auf modernen Instrumenten spielenden Musiker wahre Wunder“ (Oberhessische Presse, 22.02.2012, zur Rezension von Michael Arndt)