Händel SAUL | Staatstheater Kassel (2013)

Oratorium in drei Akten von Georg Friedrich Händel
Premiere: 14. Dezember 2013

Inszenierung: Katharina Thoma

 

ZUM STÜCK

Die Geschichte findet sich in der Bibel, im 1. Buch Samuel, 14-23. Saul ist König der Hebräer geworden und zieht in den Krieg gegen die Philister, die Erzfeinde Israels. Doch kein noch so großes Geschick kann den Gegner in die Knie zwingen, so sehr sich Saul auch müht. Erst David, der tapfere und kluge Sohn Jesajas, bringt die entscheidende Wende, als er mit einem gezielten Steinwurf den Riesen Goliath niederstreckt. Das Volk Israel belobigt den jungen Helden, und auch Saul ist zunächst von seiner Raffinesse beeindruckt. Zum Dank für den errungenen Sieg gibt er ihm seine ältere Tochter Merab zur Frau – was diese aber empört von sich weist, da David von niederem Stande ist. Auch Sauls Zuneigung verwandelt sich bald in Hass; an seinem Busen nährt sich die Schlange der Eifersucht. Saul beschließt, David zu töten …

Georg Friedrich Händel und sein erfahrener Librettist Charles Jennens haben 1734 aus diesem alttestamentarischen Sujet ein Oratorium destilliert, das nicht nur durch seine gelungene musikalische Dramaturgie sowie durch die scharfe Konturierung der Bühnenkonflikte für sich einnimmt, sondern darüber hinaus als eine tiefsinnige Parabel über das heikle Verhältnis von Masse und Macht, von Gesellschaft und Individuum zu verstehen ist. Im Zentrum von SAUL steht der titelgebende, vom Volk eingesetzte und bald nicht mehr hinreichend geliebte Herrscher, der wiederum Opfer seiner eigenen charakterlichen Unzulänglichkeiten wird und dadurch ohne Not die Liebe seiner Kinder aufs Spiel setzt. Für Saul kann gewiss nicht gelten, was Nietzsche einmal sagte: dass der Einsamste der Stärkste sei. Das Gegenteil ist hier der Fall.

 

BILDERGALERIE

PRESSESTIMMEN

„Jörg Halubek, der schon die dritte Barockoper in Kassel leitet, animierte das Staatsorchester (nach kleinen Anfangswacklern) zu einem wunderbar akzentuierten und farblich variablen Spiel, mit dem man sich vor Barock-Ensembles keineswegs verstecken muss. Jubelnder Beifall und Bravos im ausverkauften Opernhaus.
“ (Hessische/Niedersächsische Allgemeine, 15.12.2013, zur Rezension von Werner Fritsch)

„Das Orchester, in den Streichern erstmals mit Barockbögen ausgestattet, zeigte unter Halubeks kundiger Leitung erfreulich viel Spannkraft und Transparenz. Die Resonanz beim Premierenpublikum war einhellig positiv.“ 

(Göttinger Tageblatt, 18.12.2013, zur Rezension von Michael Schäfer)

„Mit dem Farbenreichtum der Barockkostüme (Irina Bartels) korrespondiert das zum barocken Klangapparat umgeformte Kasseler Staatsorchester. Jörg Halubek zaubert daraus die intimsten Kombinationen, er formt einen Silberklang aus Frauenchor, Glockenspiel und gläsern tönenden Violinen oder lässt zwei Theorben sprechen.“ 
(Thüringische Landeszeitung, 17.12.2013, zur Rezension von Evi Baumeister)

„Dem ausgewiesenen Barock-Experten Jörg Halubek gelingt es erneut, dem Staatsorchester Kassel einen silbrigen, erzählfreudigen Klang zu entlocken, der den Klangwelten Händels entspricht.“ 
(operapoint.de, 15.12.2013, zur Rezension von Oliver Hohlbach)

„Eine wichtige Säule dieses Erfolgs ist die Arbeit des Alte-Musik-Spezialisten Halubek, der als Gastdirigent mit dem Kasseler Orchester arbeitete. Es war erstaunlich zu erleben, welche klangliche Wandlungsfähigkeit dieses Orchester besitzt. Schon in der Ouvertüre bestach der schlanke, durchsichtige Klang. Unter der kundigen Leitung Halubeks musizierte das Orchester beschwingt und präzise und bewies so, dass es auch auf dem Gebiet der historisch informierten Aufführungspraxis Einiges zu leisten vermag.“ 
(amusio.com, 15.12.2013 zur Rezension von Dr. Wolfram Boder)