Monteverdi ULISSE | Nationaltheater Mannheim (2017)

Oper in einem Prolog und drei Akten. Libretto von Giacomo Badoaro
Premiere: Sa, 04. März 2017

Inszenierung: Markus Bothe
Bühne: Robert Schweer
Kostüme: Justina Klimczyk
Licht: Damian Chmielarz
Dramaturgie: Cordula Demattio
Gastorchester: il Gusto Barocco

 

ZUM STÜCK

Als sich der Erneuerer der Tonkunst, der Erfinder des »erregten Stils«, der Kapellmeister des Markusdoms, – als sich Claudio Monteverdi dazu entschloss, die Odyssee zur Vorlage einer Oper zu machen, war er schon über siebzig Jahre alt. Seit seinem Orfeo war viel Zeit vergangen, und der Geschmack der Venezianer war ein anderer als der des Herzogs von Mantua. Aber Monteverdi wusste, was er konnte. Götter, Helden und Bösewichter ließ er auftreten, jedem gab er die passende musikalische Farbe. – Odysseus gelangt gegen den Willen Poseidons ans heimische Ufer. Unaufhaltsam nähert er sich in Gestalt eines verwahrlosten Greises der Glücksrittergesellschaft, die seine Frau bedrängt und seinen Reichtum verprasst. Keiner erkennt ihn. Und doch ist er der einzige, der den gewaltigen Bogen im Palast spannen kann. Der Showdown beginnt.

Regisseur Markus Bothe wird in seiner bildhaften Inszenierungssprache gemeinsam mit dem renommierten Barockdirigenten Jörg Halubek und seinem Ensemble il Gusto Barocco das 17. Jahrhundert ganz nah an uns heranrücken.

Mit freundlicher Unterstützung der Baden-Württemberg Stiftung

 

TRAILER

 

PRESSESTIMMEN

 

„Voll ausgezahlt hat sich Puhlmanns Mut, die musikalische Leitung dem Stuttgarter Cembalisten und Dirigenten Jörg Halubek zu übertragen, der sich in den letzten Jahren mit Einstudierungen in Kassel und Oldenburg als einer der herausragenden jüngeren Barockspezialisten profilierte. Halubek, der gemeinsam mit dem Cembalisten Alexander Gergelyfi auch Monteverdis (meist nur Gesangsstimmen und Bass notierende) Partitur instrumentierte und für die Aufführung einrichtete, hatte mit den Musikern von ilGustoBarocco sein eigenes Orginalklangensemble mitgebracht. Sie sorgten für ein – im Vergleich etwa zu den opulenteren CD-Einspielungen von René Jacobs oder John Eliot Gardiner – klanggeschärftes, farbiges und dennoch subtiles Spiel, aus dem neben der exzellenten Continuo-Gruppe (…) vor allem die beiden Zinken und Blockflöten herausragten. Diese Besetzung ist historisch ebenso „falsch“ wie das Jarmarkttheater Bothers (…) – Doch die szenische Wirkung gibt dem enorm theatralisch denkenden und musizierenden Halubek recht. So darf man auf die Fortsetzung des angekündigten Mannheimer Monteverdi-Zyklus und die gewiss anderen Lösungen bei „Orfeo“ und „Poppea“ gespannt sein.“

Opernwelt, Mai 2017

 

 

„Für die Produktion hat Intendant Albrecht Puhlmann das Stuttgarter Barockorchester Il Gusto Barocco unter Jörg Halubek engagiert – ein Glücksgriff, denn in der gesamten Metropolregion hätte das niemand besser gemacht, hätte mit solcher Leichtigkeit und gleichzeitiger Tiefe diese insgesamt komplex gestaltete Oper so historisch naheliegend umsetzen können. Der Rhythmus, die Spontaneität und klanglich vielgestaltige Nuancierung, überhaupt die Instrumentierung der Musik, die ja oft lediglich Gesang- und/oder Bassstimme vorgibt und erst noch harmonisiert und orchestriert werden muss – gelungen.“

Mannheimer Morgen, 6.3.2017

 

„In der szenisch geistreichen Handschrift von Markus Bothes Regie und unter dem Eindruck des dramaturgisch sinnfälligen Dirigats von Jörg Halubek gelingt gemeinsam mit dem Gastorchester Il Gusto Barocco ein fulminanter Auftakt.“

bachtrack, 5.3.2017

 

Das Stuttgarter Ensemble „Il Gusto Barocco“ und die Sänger des Nationaltheaters sowie die jungen Mitglieder des NT-Opernstudios gestalten im Jahr 40 nach Harnoncourts Zürcher Jahrhunderttat unter Leitung des in Basel geschulten Jörg Halubek eine nicht nur hoch respektable, sondern exzellente Aufführung, die allen heutigen Kriterien einer angemessenen Umsetzung voll gerecht wird (Instrumentation: Alexander Gergelyfi). Es gelingt ein geradezu sensationeller Auftakt zur geplanten Monteverdi-Reihe: Ein Muss für jeden Freund frühbarocker Musik und Bühnenkunst! Zum 450. Geburtstag des Komponisten, der die Erfindung des musikalischen Theaters zur ersten Blüte brachte, gelingt es ausgerechnet in Mannheim, ihm ein in jeder Phase hinreißendes, bewundernswertes Denkmal zu setzen – wer hätte das gedacht?

Rhein-Neckar-Zeitung, 6.3.2017