Vinci ARTASERSE | Staatstheater Kassel (2015)

Oper in drei Akten
Premiere: Samstag, 12. Dezember 2015

Inszenierung: Sonja Trebes
Bühne: Dirk Becker
Kostüme: Isabell Heinke
Dramaturgie: Dr. Ursula Benzing
Licht: Albert Geisel

mit Yuriy Mynenko (Artaserse), Maren Engelhardt (Mandane), Bassem Alkhouri (Artabano), Lin Lin Fan (Arbace), Ani Yorentz (Semira), Inna Kalinina (Megabise)

ZUM STÜCK

Xerxes‘ jüngerer Sohn Artaserse gibt deshalb den Auftrag, seinen Bruder töten zu lassen. Doch schon bald erweist sich, dass der nicht der Mörder gewesen sein kann …

 Die Ermordung Xerxes‘ ist historisch belegt, ein Großteil der Opernhandlung ist jedoch dichterische Erfindung des Librettisten Pietro Metastasio, einem der kreativsten Textdichter seiner Zeit. Sein „Artaserse“-Text, der durch Vinci erst Berühmtheit erlangte, wurde eines der meistvertonten Libretti der Barockzeit.

Leonardo Vinci, 1690 in Kalabrien geboren, war zu Lebzeiten ein gefeierter, höchst produktiver Komponist, dessen Werke weit über Italien hinaus Einfluss gewannen. Die letzte seiner 40 Opern ist „Artaserse“ auf ein Libretto von Pietro Metastasio 1730, im Jahr der Uraufführung, starb Vinci mit nur 34 Jahren – vermutlich, weil er vergiftet wurde.

Fast 270 Jahre ist es jetzt her, dass Leonardo Vincis dramma per musica „Artaserse“ in Deutschland szenisch zu erleben war: 1746 fand in Dresden eine Aufführung des damals so angesagten Werkes statt. Nach der rein musikalischen Wiederentdeckung 2012 durch das Barockensemble Concerto Köln bringt das Staatstheater Kassel „Artaserse“ jetzt auf die Bühne: die musikalische Leitung hat der Alte-Musik-Spezialist Jörg Halubek, Regie führt Sonja Trebes.

Für die Titelpartie konnte als Gast der renommierte Countertenor Yuriy Mynenko gewonnen werden, der in Kassel bereits als David in Händels „Saul“ begeistert hat. Mynenko gehört auch zu den fünf Countertenören, die bei der als Sensation gefeierten musikalischen Wiederentdeckung von Vincis „Artaserse“ durch Concerto Köln mitgewirkt haben.

 „Ein Sängerfest“ (Dirigent Jörg Halubek) ist „Artaserse“ allemal, darüber hinaus macht das packende Libretto diese Oper zu einem spannenden kriminalistischen Kammerspiel.

 Regisseurin Sonja Trebes liest „Artaserse“ als einen Krimi, der in ein Psychodrama mündet, und den sie mithilfe des Bühnenbilds von Dirk Becker ganz nah ans Publikum rückt.

TRAILER

PRESSESTIMMEN

„Leonardo Vinci (1690-1730) hat seine Arienperlen eben zu einer perfekt sitzenden, nie langweilenden oder durchhängenden Kette aufgefädelt. Da ist jeder mal dran. Da dominieren Temperament und Bravour. Das ist Sängerfutter vom Feinsten und klingt eh alles durchweg nach einem wirkungssicheren Best-off. Dafür sorgen vor allem Jörg Halubek und das mit barockem Feeling verblüffende Staatsorchester Kassel.“

Die deutsche Bühne, 13.12.2015

 

„Wie sehr sich das Staatsorchester unter der ebenso kraftvollen wie differenzierten Leitung von Gastdirigent Jörg Halubek zum kompetenten und spielfreudigen Barockensemble entwickelt hat, ist hier zu erleben – Frucht einer jahrelangen Zusammenarbeit.“

HNA, 13.12.2015