Giuseppe Antonio Brescianello | Tisbe

Am Ende des Jahres 1718 wurde am Hof des Herzogs Eberhard IV. Ludwig von Württemberg eine Oper einstudiert. Der Herzog hatte die Aufführung zum Abschluss des Karnevals 1718 / 19 anbefohlen und beauftragte seinen italienischen Hofkomponisten A.

G. Brescianello mit der Komposition. Die Handlung basiert auf der populären Sage von Pyramus und Tisbe, welche Shakespeare zu Romeo und Julia inspirierte. Operninszenierungen galten im 17. Jahrhundert als Hauptmittel der höfischen Repräsentation. So entstand eine spektakuläre Oper, die musikalisch bei Vivaldi, Scarlatti und Händel zu verorten ist und in aufwühlenden Koloraturarien und herzzerreissenden Lamenti virtuose Kastratenkunst voraussetzt. Il Gusto Barocco hat die Partitur von Brescianellos Tisbe in der Württembergischen Landesbibliothek wiederentdeckt, wissenschaftlich geprüft und wieder spielbar gemacht. Musikalisch stellt dieses Werk einen Glanzpunkt der Stuttgarter Hofkultur zwischen 1700-1750 dar. Nach der konzertanten Uraufführung 2012 schrieb die Opernwelt: „Jörg Halubek und das von ihm gegründete Ensemble „il Gusto Barocco“ beweisen mit plastischem, biegsamen … Spiel, dass sie inzwischen zur ersten Riege der deutschen Barockorchester gehören.“

AUDIOMATERIAL

PRESSESTIMMEN

„Es gelingt dem Dirigenten Jörg Halubek, mit sicherer Hand das Ensemble zusammenzuhalten – seine temperamentvolle Leitung dieser Aufführung führt ausgesprochen schön vor Ohren, welches musikdramatische Meisterwerk Brescianellos Tisbe ist. Mit seinem 2008 gegründeten Stuttgarter Barockorchester Il Gusto Barocco steht Halubek hierfür ein mit hervorragenden Spezialisten Alter Musik besetzter Klangkörper zur Verfügung, der mit nie versagender Präzision ein reiche Palette an instrumentalen Farben bereithält und vor allem jene Musikalität mitbringt, der es zu verdanken ist, dass diese bislang verborgene Barockoper nie all ihrem Ausdrucksreichtum und charmanten Eleganz erklingen kann.“ (klassikheute.com, 31.10.2014, zur Rezension von Detmar Huchting)

„Mit dem schlank besetzten Stuttgarter Barockorchester Il Gusto Barocco musiziert der junge Dirigent Jörg Halubek das Werk tänzerisch-beschwingt und charmant“ (musikansich.de, 21.09.2014, zur Rezension von Sven Kerkhoff)

„Besonders hinreißend spielt aber in dieser Aufnahme das Stuttgarter Barockorchester (Il Gusto barocco) unter Jörg Halubek– was für ein sinnlicher, durchsichtiger, federnder Klangkörper! Das Ensemble hat sich 2008 gegründet und ist noch nicht so berühmt, wie sie es das bei dieser Qualität verdient hätte – meines Wissens ist dies die allererste CD von ihnen. Mit denen würde ich sehr gerne auch die Großen wie Händel, Bach und Vivaldi hören, und ich hoffe, dass nicht zuletzt dieser Aufnahme wegen auch endlich diejenigen aufhorchen werden, die in der Lage sind, Orchesterkarrieren nachhaltig zu beflügeln.“ (kulturradio vom rbb, 11.12.2014, zur Rezension von Matthias Käther)